Wer in Deutschland das Fliegen im Jahr 2026 lernen möchte, steht meist vor der Wahl zwischen drei gängigen Lizenzen: dem PPL(A), dem LAPL(A) und der SPL-Lizenz (UL). Doch worin unterscheiden sich die Ausbildungsinhalte und wie viel Zeit musst du einplanen?
In diesem Beitrag erfährst du alles über die praktischen und theoretischen Anforderungen sowie die wichtige Frage nach dem Flugfunkzeugnis (BZF).
1. Die Theorie: Das Fundament für alle Piloten
Egal für welche Lizenz du dich entscheidest, die theoretische Ausbildung ist in neun (bei UL leicht abgewandelten) Sachgebieten nahezu identisch. Du lernst alles von der Wetterkunde bis hin zu den rechtlichen Spielregeln am Himmel. Die Ausbildung kann in Präsenz oder Onlinekursen stattfinden.
Die Kernfächer sind:
- Luftrecht
- Navigation
- Meteorologie (Wetterkunde)
- Aerodynamik (Grundlagen des Fliegens)
- Allgemeine Luftfahrzeugkunde (Technik)
- Menschliches Leistungsvermögen (Flugphysiologie)
- Betriebliche Verfahren
- Flugleistung und Flugplanung
- Kommunikation (Funk)
2. Die Praxis: Ausbildungsinhalte und Mindeststunden
Die praktische Ausbildung unterscheidet sich vor allem im Umfang und in der Art der Flugzeuge. Während du beim PPL und LAPL auf zertifizierten Motorflugzeugen (E-Klasse) lernst, findet die Ausbildung beim UL auf Ultraleichtflugzeugen statt.
PPL(A) – Private Pilot License
Der „Goldstandard“ unter den Lizenzen. Die Ausbildung ist am umfangreichsten.
- Inhalt: Platzrunden, Notlandeübungen, Instrumentenflug-Grundlagen, Funknavigation und ausgiebige Überlandflüge.
- Dauer: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 45 Flugstunden. Davon müssen mindestens 25 Stunden mit Fluglehrer und 10 Stunden im Alleinflug (Solo) absolviert werden.
LAPL(A) – Light Aircraft Pilot License
Die „kleine“ europäische Lizenz für Freizeitpiloten.
- Inhalt: Ähnlich wie PPL, jedoch ohne die tiefgehenden Anforderungen an den Instrumentenflug und mit etwas geringerer Flugerfahrung.
- Dauer: Mindestens 30 Flugstunden. Davon 15 Stunden mit Lehrer und 6 Stunden Solo.
SPL (UL) – Sport Pilot License
Die Lizenz für Luftsportgeräte (Ultraleicht bis 600kg).
- Inhalt: Fokus auf die Handhabung leichterer Maschinen, Außenlandeübungen und Pyrotechnik-Einweisung (für das Gesamtrettungssystem).
- Dauer: Mindestens 30 Flugstunden. Davon mindestens 5 Stunden Solo.
3. Der BZF-Check: Wo ist das Funkzeugnis Pflicht?
Das Beschränkt Gültige Sprechfunkzeugnis (BZF) ist ein häufig unterschätzter Teil der Ausbildung. Hier eine kurze Übersicht zu der Notwendigkeit:
- PPL / LAPL: Ein BZF (meist BZF II für Deutsch oder BZF I für Englisch) ist faktisch zwingend erforderlich, da du ohne Funkzeugnis keine kontrollierten Lufträume (z.B. in der Nähe von Verkehrsflughäfen) befliegen darfst. In der Praxis wird es direkt in die Ausbildung integriert.
- UL (Ultraleicht): Rein rechtlich ist eine UL-Lizenz ohne BZF möglich, sofern man sich nur in unkontrollierten Lufträumen bewegt. Aber Vorsicht: Sobald ein Funkgerät an Bord ist und genutzt wird, besteht BZF-Pflicht. Die meisten Schulen bilden UL-Piloten daher direkt mit Funkzeugnis aus.
Tipp: Welche verschiedenen Erwerbsmöglichkeiten es für das BZF1 und 2 gibt und wie man am besten dafür lernt, erfährst du in einem separatem Artikel, den ich demnächst hier veröffentlichen werde.
4. Übersichtstabelle: PPL vs. LAPL vs. UL
| Merkmal | PPL(A) | LAPL(A) | UL (SPL) |
| Mindestflugzeit (Praxis) | 45 Stunden | 30 Stunden | 30 Stunden |
| Solo-Flugzeit (min.) | 10 Stunden | 6 Stunden | 5 Stunden |
| Theorie-Fächer | 9 Fächer | 9 Fächer | 7-9 Fächer (inkl. Technik/Pyro) |
| BZF notwendig? | Ja (Pflicht für die Lizenz) | Ja (Pflicht für die Lizenz) | Optional (Empfohlen/Pflicht bei Funk-Nutzung) |
| Überlandflug (Solo) | Mind. 270 km (mit 2 Stopps) | Mind. 150 km (mit 1 Stopp) | Mind. 200 km (mit Lehrer & Solo) |
Fazit: Welche Lizenz passt zu dir?
Wenn du wenig Zeit hast und hauptsächlich lokal fliegen möchtest, ist die UL-Lizenz ein schneller und kostengünstiger Weg. Möchtest du europaweit flexibel sein, ist der LAPL ideal. Wer jedoch später Upgrades (wie Nachtflug oder Instrumentenflug) plant oder weltweit fliegen will, sollte direkt die PPL anvisieren.
Ankündigung: Wie ich meine persönliche theoretische und praktische Ausbildung erlebt habe, erfährst du demnächst in einem meiner nächsten Artikel!
